21.10.2021
5. Design Forum Mannheim: Plattform zur Information und zum Austausch
Wie gelingt Designer*innen der Spagat zwischen Broterwerb und ethischem Handeln? Welche organisatorischen Aspekte sind beim Einstieg in die Selbständigkeit unbedingt zu beachten? Antworten auf diese Fragen bildeten die Schwerpunkte des diesjährigen Design Forums.
Den thematischen Einstieg in den Tag übernahm Ina Yamaguchi von der Agentur Deutsche und Japaner. Unter dem Titel „Studiojahre“ schilderte sie in einer Mischung aus Kundenprojekten ihrer Agentur und persönlichen Erfahrungen, wie sich wirtschaftlicher Erfolg und ethisches Handeln vereinbaren lassen. Es folgte ein Vortrag von Philip Brückner von Brückner+Brückner zur Positionierung von Agenturleistungen in einem „magischen Dreieck“ aus Ästhetik, Rentabilität und sozialer Verantwortung.
„Fragt euch: Worin bin ich wirklich gut, und was ist mir wirklich wichtig?“, rief anschließend die Fotografin und Dokumentarfilmerin Christina Stihler ins digitale Publikum. Ihr Ansatz, Verantwortung für die eigene Persönlichkeit zu definieren, bildete eine gelungene Ergänzung zum eher gesellschaftlichen Fokus der ersten Beiträge. Ihren impulsiven Vortrag beendete sie mit einer emotionalen Gesangseinlage – zur großen Freude des Publikums. Die perfekte Vorbereitung auf den Nachmittag lieferte schließlich Nicole El Salamoni: Ihre durch eigene Zeichnungen visualisierte Erfolgsgeschichte als Illustratorin war der Beweis, wie wichtig Wille und Hartnäckigkeit für den Weg in die Selbstständigkeit sind.
Die verbleibende Zeit bis zur Mittagspause war dann dem Plenum vorbehalten. Die Referent*innen des Vormittags stellten sich den Fragen der Gäste. Das Interesse kreiste dabei vor allem um praktische Aspekte der Teamarbeit im Design: Wie teilt man die Projekte, das Geld und die organisatorischen Aufgaben? Das Tagesthema Verantwortung wurde im Wesentlichen unter einem Branchenfokus behandelt. Designer*innen sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein, mahnte beispielsweise Philip Brückner. Aufträge für Branchen wie Tabak und Rüstung würde er persönlich ablehnen.
Den ersten Slot nach der Mittagspause meisterte Lena Rübelmann. In ihrer Funktion als Head of Female Entrepreneurship des Mannheimer Kompetenzzentrums FeMale Business GIG 7 gab sie wertvolle Hinweise für die Beratung und die Unterstützung bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit. Ins Detail konnten die Teilnehmer*innen dann mit Expert*innen in fünf Breakout Sessions gehen; unter anderem zu den Themen Finanzierung, Fördermittel, Steuern und Designrecht. Einen wichtigen Ratschlag gab dabei Sonja Wilkens vom MAFINEX Technologiezentrum: Obwohl alle relevanten Informationen rund um die Gründung problemlos im Netz verfügbar seien, lohne sich das persönliche Gespräch mit Fachleuten. Und zwar frühzeitig, wie sie explizit betonte.
Insgesamt sehr zufrieden mit dem Design Forum zeigte sich die Organisatorin Julia Ulbrecht von NEXT MANNHEIM: Auch im zweiten digitalen Jahr sei die Veranstaltung ausgezeichnet besucht gewesen und hätte vielen Gründungsinteressierten eine Plattform zur Information und zum Netzwerken geboten. Sie schloss das Forum mit den Worten: „Unsere Türen sind jederzeit offen, und wir freuen uns über jede*n, der vorbeikommt!“
